50 Plus Sprachreisen

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Der 2. Teil von Guido’s erfrischenden  Erzählungen an der Sprachschule in Venedig:

Die Toursiten kommen!

Hier beim Sprachaufenthalt in Venedig wird es nun langsam Frühling. Die Sonne scheint mir bereits um 07.00 Uhr aufs Kopfkissen und es ist schon wärmer. Erste Sonnenbäder auf dem Bänkli im Giardini oder am Strand an der Adria habe ich bereits genossen. Natürlich immer begleitet vom Italienischbuch…

Mit den wärmeren Tagen und dem Carnevale kommen nun wieder Unmengen von Touristen in die Stadt. Sie wälzen sich vom Bahnhof via Rialto zu San Marco. Dann werden die Gassen eng. Man wird getrieben oder kommt nicht vorwärts. Amerikanische Liebespaare, kettenrauchende Moldawier, bleiche Asiatinnen mit weissen Handschuhen, Mundschutz und Sonnenschirm oder rundliche Russinnen, welche ihr Picknick laut gestikulierend lieber an die Möwen und Tauben verfüttern. Sie stehen immer genau da, wo du hindurch musst! Viele Einheimische weichen diesem Rummel aus und bleiben dem Carnevale fern.

Carnevale!

Carnevale ist keine Fasnacht, Carnevale ist Carnevale Das kann man nur hier in Venedig erleben. Sabina und ich haben uns in die Menge gestürzt und viel erlebt.

Es sind die Touristen, die den Carnevale beleben. Hört man genau hin, wird unter der Maske deutsch, englisch oder französisch gesprochen. Ohne die „Ausländer“ gäbe es wohl nicht so einen Reichtum an Masken. In den einheimischen Opernhäusern werden ausgediente Kostüme gekauft und hier in Venedig „ausgeführt“! Diese Leute kommen schon seit Jahren immer wieder zum Carnevale hierher und unterscheiden sich optisch nicht mehr von den echten Venezianern. Sie flanieren, posieren in vornehmer Art und Weise. Sie lassen sich mit oder ohne „Tourist“ geduldige fotografieren. Ihr Masken-Lächeln bleibt immer das gleiche! Abends trifft man sie auch noch im „la Fenice“ in der Oper.

Am Aschermittwoch war in der Zeitung zu lesen, ein neuer Rekord, eine Million Touristen und 40 Millionen Euro Umsatz hat der Carnevale der Stadt gebracht!

In dieser Zeit stehen alle die Leute im Vaporetto draussen und ringen um den besten Platz für das beste Foto. In den lokalen Bars, wo wir jeweils unsere Cicchetti oder Tramezzini mit einem Ombra „unter uns“ geniessen, wird es ebenfalls eng und man teilt sich den Platz mit Damen mit weit ausragenden Roben und vornehmen Herren. Venedig ist ein Spektakel mit internationalem Publikum!

Die italienische Küche – eine wahre Gaumenfreude

Nebst dem Auge wird in der Carnevalszeit auch dem Gaumen etwas geboten:

So gibt es traditionelle Spezialitäten wie Fritelle Veneziana, natur oder gefüllt mit Zabaione, Raffioli Veneziani dolci, ähnlich unsern Fasnachts-Chüechli. Sündhaft gut! Wer davon gekostet hat, will mehr und versteht den Ausspruch: „Das schlimmste Laster der Venezianer ist die Schlemmerei“!

Nun, wenn wir gerade dabei sind, ich liebe die „Küche“ der Serenissima. Wir leben hier am und mit dem Meer. Das Angebot an Fisch und Gemüse ist riesig und das Einkaufen auf dem Rialtomarkt ein Genuss. Natürlich gehört auch ein Spritz oder Ombra mit feinen, kleinen Häppchen dazu! Ich habe schon Einiges in einer der Osterias probiert oder selber „a casa mia“ zubereitet. Immer war ich aufs Neue begeistert von der mediterranen Küche! Geflügel und Fleisch, vor allem aber das schwimmende Angebot hat es mir angetan. Weitere Spezialitäten sind Risotto und Polenta, Carciofo und Radicchio di Treviso. Die werden als 1° Piatti oder Beilage serviert. Auch meine Gäste habe ich überzeugen können, dass Spaghetti con seppie nero ein Genuss sind. Man muss sich nur auf „die Farbe“ einlassen wollen!

Dass es im Veneto, hier kommt ursprünglich der Prosecco her, auch hervorragende Weine gibt, muss nicht speziell erwähnt werden. Soave, Pinot Grigio zum Fisch oder Apéro, Bardolino, Refosco, Valpollicella oder Amarone zum Essen, davon steht hier täglich etwas auf dem Tisch. Und woher kommt ursprünglich der Grappa? Aus dem Veneto!

Natürlich gehört der caffè zu Italien. Aber hier ist caffè nicht einfach caffè, Espresso wie wir sagen! Man wählt zwischen, cappuccino, caffè latte, caffè macchiato, caffè liscio, -ristretto, -lungo, -doppio oder caffè coretto con grappa.

KKK – Kultur, Küche & Kirche

K K K – Kultur, Küche, Kirche, das ist für mich hier in Venedig die Reihenfolge! Kultur und Küche habe ich behandelt, also bleibt noch Kirche. Über 130 Kirchen stehen auf den verschiedenen Inseln in der Lagune von Venedig. Nicht alle werden noch als Kirche genutzt. Einzelne sind einfach geschlossen, aus anderen sind Museen oder Konzertsäle geworden. Die Mehrheit aber wird noch als sakraler Raum genutzt und es finden reglemässig Gottesdienste statt. Hier lebt eine andere Gottesdienstkultur.

In der Basilika San Marco, hier ist die „Regierung“ zu Hause, Kardinal Angelo Scola, Patriarch von Venedig, geht es natürlich „gesittet“ zu.

In der Frari-Kirche, eine der eindrücklichsten in Venedig, meiner Lieblingskirche, ist es sehr lebendig. Ein Franziskanerpater steht der Pfarrei vor. Die Kirchenlieder, 4-5 Gitarristen begleiten den Gesang, werden von einer Klosterschwester vorgesungen. Sie könnte auch am Festival in San Remo auftreten. Da geht die Post ab und Jung und Alt machen mit. Bei einer Taufe zum Beispiel, hebt der Pfarrer die Täuflinge nach der Zeremonie in die Höhe und alle klatschen. Beim Pater noster ruft der Pfarrer die Kinder zu einem Kreis um den Altar, das Volk hält sich die Hände, auch über die Gänge hinweg. Beim Friedensgruss ist ein Geläuf in der Kirche. Da bleibt auch der Pfarrer nicht am Altar stehen, nein er geht durch die Bänke und schüttelt Hände, Hände, Hände. Für mich eine völlig neue Erfahrung von Gottesdienst, nicht schlecht.

Am 8. Mai kommt Papst Benedetto XVI nach Venedig. In Italien wird der Papst sehr geschätzt. Man findet sein Foto hier nicht selten in einer Bäckerei oder Osteria! Venedig ist stolz, dass er zu Besuch kommt. Natürlich wird dafür fleissig gebetet und gesammelt.

Ab Juni ist auch für mich wieder Alltag auf dem Festland, mit Gartenarbeit und all den andern Vergnügungen, die mir mein Zuhause in Seuzach bieten. Bis dahin werde ich aber noch den Frühling mit all seinen Reizen voll geniessen.

Natürlich wird dann ein Stück meiner Seele hier bleiben und das finde ich gut so!

Cari saluti e noi vediamo

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Daniel Ritschin erzählt uns von seinen Erlebnissen beim Sprachaufenthalt in Spanien:

Beim Sprachaufenthalt in Santiago de Compostela laden viele sehenswerte Museen zum Besuch ein. Das kulturelle und kulinarische Angebot ist beeindruckend. Vor allem die Kathedrale, das Wahrzeichen der überaus interessanten Altstadt, ist Ziel vieler Pilger aus aller Welt.

Die Sprachschule in Santiago de Compostela, die Academia Iria Flavia – nahe der Altstadt gelegen – ist eine familiär geführte Schule mit moderner Infrastruktur und motivierenden Lehrpersonen. Das Erlernen einer Fremdsprache in Kleingruppen macht so richtig Spass. Die angebotenen Zusatzaktivitäten orientieren sich an aktuellen Themata.

Seit dem 11. Januar 2011 sind auch erste Bereiche der „Cidade da Cultura de Galicia“ zugänglich. Der amerikanische Architekt, Peter Eisenmann, erstellt auf dem Monte Gaiás auf einer Fläche von 175’000 m2 monumentale Bauten: Archiv von Galicien, Bibliothek von Galicien, Musik- und Theaterzentrum, Museum von Galicien, Internationales Kunstzentrum. Ein spannender Kontrast zur Altstadt aus Glas, Stahl, Beton und Stein.

Auch rund um Santiago de Compostla gibt es einiges zu entdecken. Um die Sehenswürdigkeiten in der Region Galicien zu sehen, bin ich mit der Bahn gereist. Die Züge sind modern ausgestattet und bieten eine komfortable Art zu reisen. So habe ich in A Coruña den faszinierenden „Paseo Marítimo“, die Altstadt, die Atlantikküste, den „Parque das Esculturas“, den „Torre de Hércules“ (dessen Fundament auf einem römische Leuchtturm basiert), das Aquarium und die „Playa de Orzán“ kennengelernt. Auch Pontevedra erlebte ich als eine wunderbare kleine Altstadt.

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Gudio ist gerade im Sprachaufenthalt in Venedig und berichtet von seiner tollen und aufregenden Zeit in der Stadt:

Winter in Venedig

Bald sind zwei Drittel meinem Italienisch Sprachaufenthalt, meiner „Auszeit“, fern von Verantwortung und Verpflichtung, vorbei und immer noch entdecke ich täglich Neues in dieser tollen Stadt.

Nach einem technisch bedingt verlängerten Aufenthalt über Weihnachten in Seuzach, hier in Venedig ist die Heizung ausgefallen, bin ich begleitet von meiner Familie zum „Capodanno“ wieder „a casa mia“ zurückgekehrt. Über diese Festtage bis zum 6. Januar standen uns etliche Touristen vor der Linse, danach wurde es ruhiger, aber winterlich kalt ist es geblieben.

Ab Mitte Januar bis zum Carnevale sind viele Läden und Restaurants geschlossen. Die Stadt gehört nun ganz den Venezianern. Da kann es schon passieren, dass man unerwartet vor einer verschlossenen Türen steht. Es sind kaum Touristen in der Stadt, ausser es liegt ein Kreuzfahrtschiff im Hafen. Diese grossen Schiffe sieht man von meiner Wohnung aus ein- und auslaufen. Sie überragen die Dächer der Stadt um mindestens noch vier Schiffs-Stockwerke! Für 1 bis 2 Tage strömen dann etwa 2000-3000 Gäste, vorwiegend aus Russland oder dem asiatischen Raum, in die Stadt. Bei Prada & Co. klingeln die Kassen und die Gondoliere putzen ihre Bote heraus. Sie rudern ihre Kundschaft bei Nebel und Kälte durch die Kanäle. Eine Gondelfahrt muss sein, wenn „man“ schon in Venedig ist. Getafelt und geschlafen wird natürlich an Bord.

Das Winterwetter ist kalt, feucht und neblig, wie in der Schweiz. Der Nebel ist oft so dicht, dass man zeitweise kaum 20 Meter weit sieht. Dabei gibt es auch Kollisionen unter den Vaporetti. Verspätungen auf allen Linien ist dann die Folge. Auch wenn es Tage gibt, an denen man versucht ist, alle paar Minuten über die Augen zu wischen, wie über eine Windschutzscheibe, und der Nebel bis in die Kaffeetassen kriecht, Venedig im Winter ist keine Torheit, sondern ein Erlebnis! Für solche Momente gibt es nur ein Rezept: Der Zufall! Ohne Ziel los gehen, sich einfach verirren und den einen Ort antreffen, den es sich lohnt zu entdecken. So kann man in Ruhe die Stadt geniessen, Gassen und Plätze neu kennen lernen und Fotosujets aufspüren. Nebst Nebeltage gibt es zwischendurch natürlich auch herrliche Sonnentage, an denen es die Menschen nach draussen zieht um zu flanieren und den Kaffee oder Spritz bereits schon draussen zu geniessen.

Leider gibt es in Venedig auch ein „Lädelisterben“. Immer häufiger können kleine Ladenbetreiber die horrenden Mieten nicht mehr aufbringen. Die grossen Hotel- oder Modehausketten stehen dann schon bald als Nachfolger im Telefonbuch. Der Alltag für die betagten Venezianer wird damit nicht einfacher. Die Stadt verkommt immer mehr zu einem gigantischen Freilichtmuseum.

Auch die Erkältung gehört hier zum Winteralltag. Eine Erkältung überträgt sich leichter als Bildung. Das habe ich hautnah erfahren. Den Influenza-Vieren kann man auf die Dauer kaum entfliehen. Woher soll ich wissen, wer mir heute über welche Klinke oder Hand seine unternehmungslustigen Viren verpassen will.

Italienisch lernen am Instituto Venezia

Nun die Influenza habe ich erfolgreich bekämpft. Bei der Bildung, vor allem was das Italienisch lernen betrifft, wird es noch ein Weilchen dauern bis ich Erfolge vermelden kann. Und dabei hilft mir weder ein Arzt noch ein Apotheker! Weiterhin schlage ich mich am Instituto Venezia mit Presente, Passato prossimo, Transpassato prossimo, Participi passati, Futuro simplice, Imperfetto, Imperativo, Congiuntivo, Comperativi e Condizionale herum, versuche direkte und indirekte Pronomen herauszusprühen oder wie man „piacere“ oder „degliele“ anwendet und lerne dabei Land und Leute, Küche und Gepflogenheiten der Venezianer kennen. Meinen Ehrgeiz habe ich meinen Möglichkeiten entsprechend etwas gezügelt. Was bleibt, nehme ich gerne an, den Rest habe ich als „una cosa per mia vita prossima“ aufgehoben. Oder anders ausgedrückt, sprachlich werde ich es kaum weiter bringen als Giovanni bei uns auf dem Bau – „Ciao capo, han i fertig mit schaffe, gan i a casa mia“ - aber es tönt schöner!

Noch etwas zu meiner Sprachschule in Venedig. Ein Frauenbetrieb! Die Direktion, bestehend aus 5 Personen, davon ein Mann, geleitet von einer Frau. Lehrkörper: 12 Personen, davon ein Mann. Schüler 70% weiblich. Die Schüler/innen kommen vorwiegend aus dem asiatischen Raum, sowie Nord- und Südamerika. Umgangssprache ist Englisch, wenn nicht Italienisch gesprochen wird! Der Altersdurchschnitt liegt unter 30 Jahren. In den vergangenen 4 Monaten gab es in der Regel 5 Klassen mit je 6-7 Schülern. Ab Anfang März sind es dann mehr als doppelt soviele. Ein eher ungemütlicher Betrieb. Da nehme ich mir zwischendurch mal einen freien Tag!

Venedig entdecken

Die Stadt mit ihren Campi und Calle, mit Rios und Canali ist mir mittlerweile vertraut. Auch den ÖV habe ich im Griff und komme problemlos von A nach B. Venedig ist für mich kleiner, überschaubar geworden. Wie man sich in Venedig bewegt, um nicht ständig mit „Gondola Gondola“ oder von schwarzen Händlern mit gefälschten Taschen und Sonnenbrillen angesprochen zu werden, habe ich inzwischen gelernt. Es ist der zielstrebige Gang, das unauffällige Überholen und das elegante Ausweichen, an dem man den Venezianer erkennt! Inzwischen habe ich mir auch bequeme rote Manchesterhosen „made in italia“ erstanden und so falle ich auch äusserlich nicht mehr von den mir so imponierenden, älteren, feinen Herren ab. Ich bin dabei!

Eine Vespa 1954 als Modell fürs Büchergestell, eine Originallithografie von Rosario Morra, das Kinderbuch „Guido e sua Gondola“, aus dem Petra unserm Stephan allabendlich im Bett vorgelesen hat, und Trinkgläser „made in Murano“sind Anschaffungen, die ich mir bisher geleistet habe. Noch konnte ich der beleuchteten Plastikgondel für 16 Euro, ein Klassiker mit Kultstatus, wiederstehen!

Doch auch in der Geschichte bin ich weitergekommen und habe einiges über Venedig erfahren. So zum Beispiel, wie es zur Besiedelung kam, über die Bedeutung der Stadt für ganz Europa bis hin zu Napoleon, wie man hier gelebt hat und weshalb Murano zur Glasbläserinsel wurde. Auch die Geschichte der Juden in Venedig ist interessant. Wenn man Venedigs Brücken, Kirchen, und Palazzi mit Namen kennt fühlt man sich richtig zu Hause. Was es mit Aqua alta auf sich hat und wie das Ökosystem der Lagune funktioniert sollte man wissen, wenn man hier lebt, sonst bekommt man nasse Füsse. Einige Kenntnisse davon gebe ich gerne an meine Besucher weiter.

Öfters stehe ich abends auf meinem Balkon und lasse Venedig auf mich wirken. Venedig als Geruch? Eine Gewürzmischung aus Meer, Prezzemolo und Schokolade! Venedig als Farbe? Blaugrün – mit Terrakotta-Fetzen! Venedig als Geschmack? Spaghetti alla Veneziana (Seppie col nero)!

Lies ab Monatg, 11. April mehr über Guido’s Abenteuer im zweiten Teil.

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